9.3.18

Gernika heute

Hallo ihr Lieben!

fast alle von euch kennen das berühmte Gemälde von Picasso und als Deutsche/r kennt man auch den Zusammenhang mit der Legion Condor, die die Stadt im 2. Weltkrieg dem Erdboden gleichmachte.
Was den meisten jedoch nicht klar ist, ist die ungeheure symbolische Bedeutung, die Gernika (deutsche und baskische Schreibweise; spanisch: Guernica) für die Basken und den baskischen Nationalismus heute noch hat.


Mosaik des Picasso-Gemäldes in Gernika
Gernika wurde 1366 als strategischer Punkt gegründet. Dort trafen sich im Mittelalter die Ratsherren des Baskenlandes unter Bäumen - normalerweise einer Eiche - um sich zu besprechen. Der gegenwärtige Herrscher schwor hier einen Eid, den Basken ihre bisherigen politischen/wirtschaftlichen Freiheiten zu gewähren. 

Darstellung der Ratstreffen (Museum Euskal Herria, Gernika)

Noch heute verspricht der Lehendakari (Titel des Präsidenten der Regierung des "Bundeslandes" Baskenland) hier beim Amtsantritt, seiner Verantwortung gerecht zu werden.


Heutiger Baum von Gernika & Tempel

Kaum zu glauben aber wahr: Der Eichenbaum von Gernika hat einen eigenen Stammbaum. Der älteste Baum wurde stolze 450 Jahr alt und stammte aus dem 14. Jahrhundert. Darauf folgten weitere drei Ableger (2. Baum siehe unten) und der aktuell 5. Baum wurde 2015 gepflanzt (Siehe Foto oben).

Reste vom 2. Baum 1742-1892
Weitere Ableger der Bäume wurden von der baskischen Regierung an ausgewählte baskische Gruppen verschenkt, die zu unterschiedlichen Zeiten in die ganze Welt auswanderten.

Panorama vom großen Hauptplatz
Somit steht Gernika und auch der Eichenbaum für die Freiheit des Baskenlandes und besitzt innerhalb der baskischen Identität einen hohen Stellenwert. Dementsprechend werden Stadt und Baum vom hiesigen Nationalismus gerne glorifiziert und als Beispiel für die uralten Rechte der Basken herangezogen.

Park mit dem 2. und aktuellen Baum
Wer sich also für Geschichte, Politik und Kultur interessiert, dem sei Gernika mit seinen zweit tollen Museen ("Museo Euskal Herria" über das Baskenland und seine Kultur & das Museum des Friedens) warm empfohlen.

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