22.1.18

Rezension: Wie man Baske wird

Hallo ihr Lieben!

zunächst einmal frohes neues Jahr! Wie viele von euch sicher auch habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen mehr zu lesen. Die Leseerfahrung meines ersten Buches dieses Jahr möchte ich mit euch hier teilen:

"Wie man Baske wird" von Ibon Zubiaur ist 2015 im Berenberg Verlag erschienen und kostet derzeit 20€ auf Amazon. Auch wenn das nicht gerade günstig ist, lohnt es sich doch ungemein, denn der Autor (Jahrgang 1971) erläutert das "Experiment" der Einführung der Baskischen Sprache in den Unterricht aus seiner ganz subjektiven Perspektive. In unterschiedlichen Kapiteln, wie "Schule", "Sprache" oder auch "Rasse" erklärt uns Zubiaur den baskischen Nationalismus auf verständliche und nachvollziehbare Weise.



Als Deutsche im Baskenland hat mich Zubiaurs Sichtweise, als Baske in Deutschland, besonders fasziniert. Schließlich hört man hier im Baskenland wenig Kritik an dem lokalen Nationalismus. Allgemein wird viel zu wenig darüber reflektiert, was da von "oben" (damit meine ich von der Politik aus, die von der PNV, also der Nationalistischen Baskischen Partei) angeordnet wird. 
Aus diesem Grund finde ich die Sichtweise eines Basken, der aufklärt und auch Kritik übt, sehr wichtig und spannend. 

Damit möchte ich keinesfalls andeuten, dass das Baskenland aus fundamentalen Nationalisten besteht, die Ausländer hassen. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Hier ist man ungewöhnlich freundlich zu allen Touristen und es gibt kaum Basken in den Städten, die nicht schon viel gereist wären. Trotzdem stimme ich mit dem Autor darin überein, dass jede Art von Nationalismus zunächst einmal ideologisch fragwürdig und gefährlich ist. Im Baskenland manifestiert sich dieser Nationalismus deshalb nicht nur in harmlosen Festen mit Trachten, sondern unter anderem in der politischen Ablehnung alles "Spanischen" (was auch immer das sein soll). 

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Zubiaur nicht nur Lob aus den eigenen Reihen für seine Ansichten geerntet hat und finde diesen Beitrag zur Aufklärung aller deutschsprachigen Nicht-Basken umso wichtiger.

Wer sich also für den Hintergrund des modernen Baskischen Nationalismus interessiert, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt.

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