23.10.16

Kirche in Spanien

Hallo ihr Lieben!

Am Wochenende habe ich das erste Mal eine katholische Messe in Spanien besucht! Hier nun also ein kleiner Erfahrungsbericht:

Da die Texte natürlich auf Spanisch sein würden und ich den genauen Ablauf nicht kannte, war ich ein bisschen nervös und verlief mich natürlich prompt auf dem Weg zur Kirche. Aus diesem Grund kam ich wohl auch zu spät zu der Kathedrale, die ich mir als Ziel auserkoren hatte. So stand ich also vor einem verschlossenen Gitter.

Ganz so schnell wollte ich mich aber nicht geschlagen geben, denn wofür hatte ich mich schließlich fein angezogen an diesem Sonntag Vormittag!?

Also versuchte ich mein Glück in einer anderen Kirche, ein paar Straßen weiter. Dort hatte man nicht abgeschlossen, aber der Gottesdienst hatte bereits begonnen. Möglichst leise schlich ich deshalb in eine der hinteren Reihen und lauschte konzentriert. Beim Beobachten anderer Zuspätkommender fiel mir dann auch gleich ein Fehler meinerseits auf: Ich hatte mich beim Eintreten nicht mit dem Weihwasser bekreuzigt, das direkt neben der Eingangstür auf die Gläubigen wartete. "Naja", dachte ich, "Kann einem Protestanten ja mal passieren." 

Leider verstand ich von der Bibelstelle, die an diesem Tag vorgelesen wurde nicht viel. Die Dame, welche sie vorlas, hatte, wie auch der Priester, ein Mikrofon und so halte ihre Stimme viel zu schnell und leider viel zu oft von den Wänden wieder. Die kurze Predigt wiederum verstand ich gut, denn der Geistliche sprach von Geld und Korruption -  und, besonders wichtig in meinem Fall, sehr schön langsam.



Das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser waren natürlich einfach herauszuhören, aber mitsprechen konnte ich sie leider noch nicht. Ich versuchte wenigstens leise auf deutsch mitzumurmeln, aber dadurch, dass ich mit einem Ohr immer auf die spanische Version hörte, kam ich ständig durcheinander und lies es deshalb sein.



Bei dem Teil, an dem man seinem Nachbarn „der Friede des Herren sei mit dir“ wünscht, war ich dann völlig überfordert und reichte der alten Dame hinter mir nur kurz die Hand und stammelte irgendwas von „Paz“ (Friede).



Überraschend schnell kam dann das Ende! Schnell noch die Kollekte eingesammelt, Oblaten verteilt an diejenigen, die nach vorne an den Altar kamen (waren bei weitem nicht alle Besucher) und schon war nach 30 Minuten Schluss. Da ich mit mindestens  einer Stunde gerechnet hatte, war ich über dieses schnelle Ende dann doch etwas enttäuscht. 

Fazit: In katholischen Kirchen gibt es eigentlich immer etwas zu entdecken, das heißt ein Besuch lohnt alleine schon aus kunsthistorischem Interesse. Mir persönlich hat diese kurze Messe viele interessante Eindrücke mitgegeben, aber für eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Religion fand ich es sehr kurz und auch relativ wenig Gesang.

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