18.4.18

Elantxobe - Baskische Fischerdorf mit Aussicht

Hallo ihr Lieben,

die Region Bizkaia (span.: Vizcaya) mit seinem Zentrum Bilbao bietet nicht nur tolle Strände und viel Kultur, sondern auch kuriose kleine Dörfer. Eines davon ist Elantxobe.
Eine der engen Straßen von Elantxobe

Das kleine Fischerdorf befindet sich im Nordosten der Provinz und seine Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. 

Die engen Gassen winden sich an einem steilen Abhang entlang bis hinunter zum kleinen Hafen. Dort liegt auch eine typische baskische Bar mit kleinem Fernseher, der die spanische Liga zeigt, mindestens einem Spielautomaten, Pintxos, Automat mit pipa (gerösteten Sonnenblumenkernen) und den cuadrillas die Mus spielen (baskisches Kartenspiel). 


Die Gässchen sind so eng, dass keine Autos benutzt werden können und kaum zu glauben ist, dass hier wirklich noch Menschen leben. Im Sommer gibt es ein Fest, bei dem Leute aus der ganzen Region kommen. Das Ganze ist jedoch nicht ganz ungefährlich, denn immer wieder fallen die Leute z.B. betrunken in den Hafen. 😮
Der Ausblick lohnt sich aber allemal!

20.3.18

Hexen in Zugarramurdi?

Hallo ihr Lieben,

jede Region hat ihr Sagen und Legenden, so auch das Baskenland. Im nördlichsten Teil Navarras, an der Grenze zu Frankreich liegt das Batzán-Tal. Dort gibt es viele kleine süße Dörfer. 


Zugarramurdi liegt am westlichen Teil der Pyrenäen

Eines von ihnen ist Zugarramurdi. Das Dorf erlangte im Mittelalter traurige Berühmtheit durch eine Hysterie, ausgelöst von der Inquisition, die in den örtlichen Höhlen und Dörfern Hexen vermutete. Die Hintergründe sind jedoch noch wesentlich komplexer, wie uns das Hexenmuseum im Ort lehrt: 


Beeindruckender Höhlenkomplex von Zugarramurdi

Aufmerksam wurde die Obrigkeit durch den Ungehorsam baskischer Bauern, Abgaben an die Kirche zu zahlen, da viele ihren Naturgöttern weiterhin treu blieben und Feiern zu Ehren der Naturgötter in den Höhlen abhielten. Hinzu kamen Eifersüchteleien untereinander, die schließlich dazu führten, dass beinahe 300 Personen der Hexerei angeklagt wurden. Nach Logroño zu den Hexenprozessen wurden dann 40 Personen gebracht. 11 davon wurden 1610 öffentlich verbrannt, auch wenn 5 von ihnen schon zuvor im Gefängnis gestorben waren. Die Älteste unter ihnen war über 90 Jahre alt.


Aus dieser Zeit stammt eines der wenigen baskischen Wörter, das Einzug in die spanische Sprache hielt: Aquelarre (dt. Hexensabbat) bedeutet in der Übersetzung so etwas wie Wiese des Ziegenbocks. Das Wort wurde jedoch von den Anklägern verfälscht, um ihrer Sache zu dienen und bezog sich im Original auf eine spezielle Grassorte.


Heute profitiert das Dorf vom Tourismus rund um dieses dunkle Kapitel ihrer Geschichte. Der Höhlenkomplex ist sehr gut erschlossen und zusammen mit dem Rundgang wirklich beeindruckend zu sehen. Auch das kleine Museum ist wirklich süß gemacht und zeigt neben der Geschichte der Hexenjagd auch die Legenden und den Glauben der Basken früher.



14.3.18

Was ist ein Sagardotegi?

Hallo ihr Lieben!

die Nicht-Basken unter euch haben es vielleicht noch nicht mitbekommen, aber es ist Sagardotegi-Saison! "Was ist denn das?" fragen jetzt sicher viele von euch. Sagar bedeutet im Baskischen Apfel, ardo bedeutet Wein und tegi ist einfach ein Suffix. Ein Sagardotegi, oder spanisch auch Sidrería, ist also ein Apfelweinhaus. 



Zwischen Januar und April geht man mit Freunden, Familie oder der Cuadrilla (zur baskischen Cuadrilla siehe Dia de Santiago-Von Steinehebern und Cuadrillas de Blusa) in solch einen Sagardotegi um lecker zu essen und den Apfelwein direkt vom Fass zu trinken. Je nach Größe und Art der Sidrería füllt man sich den Wein selbst ab, oder man bekommt mit dem Ruf txotx zu verstehen, dass man jetzt zum Fass kommen kann (so oft man möchte 😉).



Das Menü ist auch genau festgelegt. Angefangen wird mit Chorizo, dann bekommt man Tortilla de Bacalao (Kabeljau), dann frittierten Kabeljau, anschließend ein Steak und am Ende Walnüsse, Käse und Quittenkäse. 



Je nachdem wo man ist, gibt es manchmal auch ein kleines kulturelles Programm, wie das Spiel auf dem Txalaparta. Das sind verschiede Hölzer, die ähnlich wie ein Xylophon angeordnet sind und mit Holzstöckern gespielt werden.


Die meisten Sidrerías findet man in der Provinz Guipúzcoa besonders rund um Hernani und Astigarraga, aber auch im Rest des Baskenlandes. 
Dann bleibt mir nur noch zu sagen: Salud! 🍏🍷

9.3.18

Gernika heute

Hallo ihr Lieben!

fast alle von euch kennen das berühmte Gemälde von Picasso und als Deutsche/r kennt man auch den Zusammenhang mit der Legion Condor, die die Stadt im 2. Weltkrieg dem Erdboden gleichmachte.
Was den meisten jedoch nicht klar ist, ist die ungeheure symbolische Bedeutung, die Gernika (deutsche und baskische Schreibweise; spanisch: Guernica) für die Basken und den baskischen Nationalismus heute noch hat.


Mosaik des Picasso-Gemäldes in Gernika
Gernika wurde 1366 als strategischer Punkt gegründet. Dort trafen sich im Mittelalter die Ratsherren des Baskenlandes unter Bäumen - normalerweise einer Eiche - um sich zu besprechen. Der gegenwärtige Herrscher schwor hier einen Eid, den Basken ihre bisherigen politischen/wirtschaftlichen Freiheiten zu gewähren. 

Darstellung der Ratstreffen (Museum Euskal Herria, Gernika)

Noch heute verspricht der Lehendakari (Titel des Präsidenten der Regierung des "Bundeslandes" Baskenland) hier beim Amtsantritt, seiner Verantwortung gerecht zu werden.


Heutiger Baum von Gernika & Tempel

Kaum zu glauben aber wahr: Der Eichenbaum von Gernika hat einen eigenen Stammbaum. Der älteste Baum wurde stolze 450 Jahr alt und stammte aus dem 14. Jahrhundert. Darauf folgten weitere drei Ableger (2. Baum siehe unten) und der aktuell 5. Baum wurde 2015 gepflanzt (Siehe Foto oben).

Reste vom 2. Baum 1742-1892
Weitere Ableger der Bäume wurden von der baskischen Regierung an ausgewählte baskische Gruppen verschenkt, die zu unterschiedlichen Zeiten in die ganze Welt auswanderten.

Panorama vom großen Hauptplatz
Somit steht Gernika und auch der Eichenbaum für die Freiheit des Baskenlandes und besitzt innerhalb der baskischen Identität einen hohen Stellenwert. Dementsprechend werden Stadt und Baum vom hiesigen Nationalismus gerne glorifiziert und als Beispiel für die uralten Rechte der Basken herangezogen.

Park mit dem 2. und aktuellen Baum
Wer sich also für Geschichte, Politik und Kultur interessiert, dem sei Gernika mit seinen zweit tollen Museen ("Museo Euskal Herria" über das Baskenland und seine Kultur & das Museum des Friedens) warm empfohlen.

23.2.18

Ein kleiner Schatz an der kantabrischen Küste - Castro-Urdiales

Hallo ihr Lieben!

wenn man an ein Land denkt, dass man nicht so genau kennt, fallen einem meist die größten Städte ein, wie in Spanien Madrid oder Barcelona. Als Ausländer macht es definitiv auch Sinn, sich solche Städte als Reiseziele auszusuchen, denn Großstädte sind auf den ersten Blick oft günstiger. Doch man verpasst die kleinen Orte voller Charm, in denen man zur Abwechslung der/die einzige Deutsche weit und breit ist.



Und genau so einen kleinen Schatz an der kantabrischen Küste möchte ich euch heute vorstellen: Castro-Urdiales. Wenn ihr in eurem ganzen Leben noch nie davon gehört habt, ist das wirklich kein Problem. Castro ist ein Geheimtipp der Bilbaos (also Bilbaos Bewohner). Auch wenn es zum Bundesland Kantablen gehört, liegt es gerade einmal 35km weit weg von Bilbao und 75km weit weg von Santander. Viele Basken verbringen ihre Ferien dort und haben oft sogar ein kleines Apartment. 




Die Geschichte dieses kleinen Ortes geht noch viel weiter als die Römerzeit zurück, da sich prähistorische Artefakte in der Umgebung fanden. Doch wer heutzutage nach Castro kommt sucht Erholung und vielleicht eine sehr leckere Maritime Küche, die deutlich erschwinglicher ist als in San Sebastian zum Beispiel. 




Besonders fasziniert hat mich die tolle Atmosphäre, sowie die Aussicht auf die Festung Santa Ana mit dem Leuchtturm und der Kirche Santa María de Asunción gleich nebenan. Auch die Pintxos in der Bar Marisquería Alfredo waren köstlich.



Also ihr Lieben: Barcelona kennt die halbe Welt, aber Castro nur eine Handvoll Leute - zu unrecht wie ich finde!






13.2.18

Homenaje a los heroes que aprenden el alemán

¡Hola chic@s!

Una lengua materna es algo bonito, natural y en cierto modo es nuestra casa. Con ella nos sentimos cómodos y protegidos, pero la apreciamos solo cuando estamos fuera, en el extranjero y de repente tenemos que usar otra lengua: Hacemos errores, nos faltan las palabras y pensamos: "¡Joder! ¿Por qué no habla todo el mundo el mismo idioma?"

Desde que tuve que aprender la gramática alemana (mi lengua materna) en pocas semanas para enseñarla a hispanohablantes en el Pais Vasco, ya me daba una sensación extraña. Pensaba: "¡Madre mía, cuantas excepciones!"

Un año y medio después he entendido la dificultad de aprender el alemán como hispanohablantes y cada vez me alegro y me sorprende más que los estudiantes se esfuerzan tanto en el aprendizaje del alemán. 

Lo más curioso para mi son los diferentes motivos porque han empezado este viaje lingüístico tan largo: Uno está esperando encontrar un mejor trabajo, otra quiere hacer ERASMUS en Colonia, otro tiene amigos de toda la vida viviendo en Berlín... En serio, hay miles de razones para empezar con los estudios de un idioma. 

Y a mi me encanta ver el progreso y  situaciones graciosos, como por ejemplo cuando un alumno pequeño, de once años, confundió la palabra "schwarz" (negro) con "Schwanz" (cola/pene). 😂

En conclusión, no es nada fácil aprender el alemán, pero es algo tan bonito y nos recompensa por tantas horas de dedicación cuando podemos entender a personas de otros países.

P.D. Os aseguro que al revés tampoco es mucho más fácil. Aunque el español no tiene tantas excepciones y palabras largas como el alemán, tenéis muchísimos tiempos y estructuras que nosotros tenemos que aprender, pero nadie las usa nunca como el uso correcto del condicional 😋

http://german-learning-easy.com/tips/what-are-the-best-websites-to-learn-german/


28.1.18

Instagram - Viel mehr als Fotos

Hallo ihr Lieben,

die allermeisten von euch wissen, dass Instagram eine der erfolgreichsten sozialen Medien unserer Zeit ist und diejenigen von euch, die Instagram nutzen, sind sicher schon mal über eine Igers Seite oder einen Igers-Post gestolpert. 

Für alle denen das nichts sagt hier eine kurze Erklärung:
2010 wurde die Plattform Instagram gegründet. Zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch nur die pure App ohne Erklärungen, wie man sich darin zurecht findet. Der Franco-Spanier Phil Gonzáles schuf im gleichen Jahr die Website Instagramers.com um diese Lücke zu füllen. Die Website sollte sich an alle Instagram-Fans richten, die Hilfe bei verschiedenen Problemen brauchten, oder diente einfach für den Austausch von Erfahrung.


Nun hat sich aus dieser Initialidee ein regelrechter Hype entwickelt. Auf der ganzen Welt kommen die Instagramer, kurz Igers, zusammen und machen Fotos, sprechen über die neusten aktuellen Online-Trends und veranstalten Wettbewerbe. Dabei ist es nicht wichtig ein Profi-Fotograf zu sein. Ganz im Gegenteil werden z.B. in Spanien in der IgersAcademia an wechselnden Standorten Kurse angeboten.

Inzwischen gibt es mehr als 600 Gruppen in 80 Ländern! In Deutschland gibt es beispielsweise Gruppen in Kiel, Düsseldorf, Berlin oder auch Frankfurt. Verglichen mit Spanien oder Italien ist diese Gruppe jedoch (noch?) relativ klein. 

Phil Gonzáles beim IgersMeet in Bilbao

In seinem Buch "Instagram - ¡Mucho Más Que Fotos!" (dt.: Instagram - Viel mehr als Fotos) stellt uns Phil Gonzáles diese Igers-Welt vor und gibt praktische Tipps zu den verschiedensten Themen. Gestern durfte ich zusammen mit den anderen Baskischen Igers der Buchvorstellung beim IgersMeet in Bilbao lauschen. 

Wen das Thema Instagram also so fasziniert und wem es genauso viel Spaß macht wie mir, dem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Und wer weiß?! Vielleicht findet ihr ja auch schon bald eine Igers-Gruppe gleich um die Ecke. Und wenn nicht, dann schaut euch einfach mal an, wie die Anderen es machen und gründet mit Gleichgesinnten eine eigene Gruppe! 😉